Historie

Das Vereinslied des Junggesellen-Schützenvereins ist im Grunde älter als der Verein selbst. Es leitet sich ab aus der Volksweise bzw. dem Soldatenlied “Musketier seins lust’ge Brüder”. Selbst zwar wohl schon viel älter, wurde das Lied in den Jahren 1870/71, durch den deutsch-französischen Krieg, deutschlandweit bekannt. 1914 wurde es zu Beginn des 1. Weltkriegs in einer abgewandelten Version gesungen. Der Titel der zweiten Strophe lautete damals “Unser Hauptmann steigt zu Pferde führt und in das Feld…” (Siegreich woll’n wir Frankreich schlagen, sterben als ein tapfrer Held.). Durch die Kriege 1870/71 und 1914-18 wurde folglich aus der Volksweise “Musketier sein lustge Brüder” ein Soldatenlied.

Die folgende Abbildung zeigt eine Feldpostkarte aus dem Jahre 1917 und wurde als Soldatenliederpostkarte No. 14 “Unsere Feldgrauen” von Paul Hey, einem bekannten deutschen Illustrator, gezeichnet. (Quellen: www.bildpostkarten.uni-osnabrueck.de und www.wikipedia.de).

feldpost

Die Feldpostkarte stammt vermutlicher Weise im Original von 1870/71. Es wurden im Laufe der Zeit verschiedene Incipits eingefügt und z. B. die abgebildeten Soldaten ausgetauscht, d.h. durch Grenadiere, Füsiliere oder andere Waffengattungen (Quelle: S.o.).

Wann der Junggesellen-Schützenverein das Lied zum ersten Mal nutzte ist leider nicht bekannt. Es ist jedoch denkbar, dass es schon 1885, nach der Erstgründung des Vereins, gesungen wurde. Für unseren Schützenverein trägt das Lied seit jeher den Titel “Junggesellen-Schützenbrüder haben frohen Mut”. Die Verse verloren somit ihren militärischen Inhalt und sind damit weitaus frohsinniger. Also genau passend für unseren Schützenverein und unsere Feste…

Dank der Festzeitschriften zum den Jubiläumsschützenfesten von 1975 und 2000 sind jedoch die Jahre bekannt, in denen drei der sechs Strophen des Vereinsliedes gedichtet wurden.

1954 war z. B. das schlechte Wetter an der Vogelstange daran schuld, dass sich alle Festteilnehmer aus der miesen Wetterlaune heraus vollaufen ließen und letztlich mit einer alles überragenden Bierlaune die Strophe “Unser Hauptmann fiel vom Pferde in das grüne Gras, das sind lauter lust’ge Sachen, die machen unser’n Madeln Spaß” dichteten. 1968 übrigens, als Oberst und Adjudant zum letzten Mal auf Pferden zur Vogelstange ritten, war es Hauptmann Heinz Hagedorn, der dieser Srophe ein letztes Mal alle Ehren machte. Denn er hatte wohl “zu viel getankt”, weshalb das Pferd die Mehrbelastung zweimal verweigerte und erst mit tatkräftiger Unterstützung der Avantgarde den Hauptmann auf dem Sattel sitzen ließ (Quelle: Festzeitschrift 1975).

1956 schließlich, als bei Fahnen-Reuther eine neue Vereinsfahne angeschafft wurde, kam die damals vierte Strophe “Aus der Fahne grünem Grunde schaut der Hirsch auf uns herab, daß ein jeder treu bekunde Junggesellengeist- und kraft” zum Vereinslied hinzu. Heute wird sie allerdings als dritte Strophe gesungen, noch vor dem vom Pferde fallenden Hauptmann (Quelle: Festzeitschrift 1975).

1975 wurde die Strophe “Unser St. Hubertus-Brunnen wurde eingeweiht, zu unserem Jubiläumsfeste da wurde es auch langsam Zeit” zu Ehren des neu in der Wagenfeldstraße gebauten Brunnens verfasst, welcher mit dem Namen – wie könnte es auch anders sein – “St. Hubertus Brunnen” eingweiht wurde (Quelle: Festzeitschrift 2000).

Um die historische Entwicklung des Textes außerhalb des Schützenvereins noch ein wenig darzustellen, bieten wir im Folgenden 3 Originalversionen des Liedes an. Zusätzlich zwei Abbildungen, bei denen es sich um Titelseite und Auszug aus einem Liederbuch von 1915 handelt.
 


Titel Noten
 


Originalversion – Variante 1 (Volksweise, Soldatenlied)

1.
Musketier sind lust’ge Brüder, haben frohen Mut,
¦:singen lauter lust’ge Lieder, sind den Mädchen gut.:¦
Vallara, vallera vallavallalalala, singen lauter lust’ge Lieder, sind den Mädchen gut.

2.
Spiegelblank sind unsre Waffen, schwarz das Lederzeug.
¦:Wenn wir ein Feinsliebchen haben, sind wir Kaiserreich.:¦
Vallara, vallera vallavallalalala, wenn wir ein Feinsliebchen haben, sind wir Kaiserreich.

3.
Unser Hauptmann steigt zu Pferde, zieht mit uns ins Feld.
¦:Siegreich wollen wir die Feinde schlagen, sterben als ein tapf’rer Held.:¦
Vallara, vallera vallavallalalala, siegreich wollen wir die Feinde schlagen, sterben als ein tapf’rer Held.

4.
Haben wir zwei Jahr gedienet, ist die Dienstzeit aus.
¦:Dann schickt uns der Hauptmann wieder ohne Geld nach Haus.:¦
Vallara, vallera vallavallalalala, dann schickt uns der Hauptmann wieder ohne Geld nach Haus.
 


Originalversion – Variante 2, (Volksweise, Soldatenlied)
Quelle: http://ingeb.org/Lieder/musketie.html

1.
Musketier’ seins lust’ge Brüder,
Habens frohen Mut,
|: Singens lauter lust’ge, lust’ge Lieder,
Seins dem Madel gut. :|

Refrain
Ja, ja, ja, ja, ja,
Bei uns geht’s immer haste nicht gesehn!
Ja, ja, ja, ja, ja,
Wenn es losgeht sind wir da.

2.
Unser Hauptmann steigt zu Pferde,
Führt uns in das Feld.
|: Siegreich woll’n den Feind wir schlagen,*
Sterben als ein Held. :|

3.
Mut im Herzen, Geld im Beutel,
Und ein Gläschen Wein,
|: Das soll uns die Zeit vertreiben
Lustge Musketier zu sein. :|

4.
Haben wir zwei Jahr gedienet,
Ist die Dienstzeit aus,
|: Dann schickt uns der König wieder
Ohne Geld nach Haus. :|

5.
Spiegelblank sind unsre Waffen,
Schwarz das Lederzeug.
|: Könnten wir bei schönen Mädchen schlafen,
Wär’n wir kaiserreich. :|

6.
Wenn wir durch die Stadt marschieren,
Hauptmann stets voran,
|: Öffnen Mädchen Fenster und auch Türen,
Schau’n uns freundlich an. :|

7.
S’gibt nicht immer Schweinebraten,
S’gibt auch trocken Brot.
|: Lustig singen wir Soldaten
Bei Wasser und trocknem Brot. :|

8.
Hat uns gleich der Tod beim Kragen,
Fürchten wir uns nicht!
|: Wer auf seinen Gott vertrauet,
Den verläßt er nicht. :|

9.
Ist der Feldzug dann zu Ende
Und die Kriegszeit aus,
|: Dann schickt uns der Hauptmann wieder
Ohne, ohne Geld nach Haus. :|

10.
Ohne Geld und ohne Waffen,
Ohne bunten Rock,
|: Uns bleibt doch zum Angedenken
Der Reservestock. :|
 


Originalversion – Variante 3 (mündlich überliefert)

Musketier sein lustge Brüder,
Haben frohen Mut,
Singen lauter lustge, lustge Lieder,
Sein den Mädels gut.

Wenn wir durch die Stadt marschieren,
Hauptmann stets voran,
Öffnen die Mädels Fenster und die Türen,
Schaun ihren Schatz wohl an.

Spiegelblank sein unsre Waffen,
Schwarz das Lederzeug.
Wenn wir ein Feinsliebchen haben,
Sind wir kaiserreich.

Mut im Herzen, Geld im Beutel
Und ein Gläschen Wein,
Das soll uns die Zeit vertreiben,
Lustge Musketier zu sein.

Haben wir zwei Jahr gedienet,
Ist die Dienstzeit aus,
Dann schickt und der Hauptmann wieder
Ohne Geld nach Haus.

Ohne Geld und ohne Waffen,
Ohne bunten Rock,
Uns bleibt nur zum Angedenken,
Der Reservestock.